Home

Home
Kontakt - Birgit
Kontakt - Umbratior
Familienwappen

Ritterzeit

Mittelalter-Hochzeit

Frankenwaldlegenden

Friedhof Burgkundstadt
Feste Rosenberg in Kronach
Fotos - ein kleines Hobby

Schattengedanken

Phoenix
Vergeudete Jahre
Gedankenwelten
Schwestern


"Judenfriedhof" Burgkunstadt

Bilder vom Friedhof  [Press to Enter]

 

Der Friedhof der ehemaligen israelitischen Gemeinde von Burgkunstadt - umgangssprachlich der "Judenfriedhof" liegt etwas versteckt ca. 1 km außerhalb von Burgkunstadt in Richtung Ebnet.

Er diente den jüdischen Bürgern von Burgkunstadt, Altenkunstadt, Lichtenfels, Redwitz, Friessen und Maineck von 1626 bis ca. 1942 als letzte Ruhestätte.

Heute erinnert er uns an eine blühende Kultur am Obermain.

Diese Kultur fand ein jähes Ende in der Zeit von 1933 – 1945
(Vor der Machtergreifung Hitlers lebten ca. 150 Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens in Burgkunstadt. 1946 lebte nur noch eine Jüdin in Burgkunstadt).



Gesegnet bist Du, unser Gott, König der Welt, der Euch gezeugt hat nach dem Gesetz, und Euch unterhält nach dem Gesetz. Er weiß die Zahl von Euch und er wird Euch später auferstehen lassen nach dem Gesetz. - Gott soll gelobt werden, weil er die Toten auferweckt.
(Text auf der Tafel am Eingang zu einem Friedhof in Burgkunstadt)



Da der Friedhof sehr langen benutzt wurde kann man drei „Belegungsphasen“ unterscheiden:

Phase 1:
Bei der ältesten Belegungsphase sind die Grabsteine schon weitgehend umgekippt, Gras wuchert zwischen ihnen.
Jüdische Friedhöfe werden im Gegensatz zu christlichen Friedhöfen bewusst nicht gepflegt, weil hier eine andere Auffassung zugrunde liegt.
Die Ruhe der Toten soll durch ständige Pflege nicht gestört werden.

Phase 2:
Die zweite Belegungsphase nimmt räumlich die rechte Hälfte des unteren Teils des Friedhofes ein.
Hier sind die Grabsteine geometrisch exakt in Reihen mit ziemlich gleichem Abstand angeordnet.
Man kann unterschiedliche Grabsteinformen und -typen erkennen.
Es gibt Rundbogenabschlüsse von Grabsteinen, manche Grabsteine zeigen aber auch einen dachförmigen Abschluss, manchmal mit Rundbogenarkaden darunter.
Auch in der Größe variieren die Grabsteine in dieser Belegungsphase.

Phase 3:
Auf den Grabsteinen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts erscheinen immer mehr Symbole, die auch auf christlichen Friedhöfen zu finden sind.
Auch die hebräische Schrift wird immer mehr durch deutsche Inschriften verdrängt.
Weiterhin fällt auf, dass sich in dieser Phase die Einfassung des Grabes mit Randsteinen immer mehr durchsetzt, während sie in der ersten Belegungsphase fehlt.
Dies alles zeigt, dass sich die Begräbnisform und die Grabsymbolik in der ausgehenden zweiten Belegungsphase und vor allem in der dritten und jüngsten Belegungsphase immer mehr der christlichen Grabikonologie angleichen.
So findet sich z.B. auf einem Grabstein mit deutscher Inschrift und rundbogigem Abschluss in diesem das Symbol des Siegerkranzes, das bis auf die Antike zurückgeht.
Der Siegerkranz will in diesem Zusammenhang nahe legen, dass der Verstorbene den Sieg über das irdische Leben davongetragen hat und im Jenseits als Sieger weiterlebt.
Dieses symbolhafte Zeichen erscheint auch auf christlichen Grabsteinen.


























Weitere Informationen finden Sie hier:

Burgkunstadt

Bilder vom Friedhof